Hörgerät? Nein, danke!

Fünf Argumente gegen das Tragen von Hörsystemen – und warum sie schlichtweg falsch sind!

 

1. Ich höre zwar etwas schlechter als früher, brauche aber noch kein Hörgerät. Das läuft ja nicht weg.

Falsch! Was nämlich in der Zwischenzeit wegläuft, ist Ihr Gehirn. Je länger eine Schwerhörigkeit besteht, desto mehr Verknüpfungen zum Gehirn werden abgebaut. Unser Hörzentrum verlernt immer mehr die Höreindrücke zu verarbeiten. Also: Je mehr Zeit verstreicht, desto schwieriger wird es, sich an ein Hörgerät zu gewöhnen. Außerdem benötigt das Gehirn zum Sprachverstehen mehr Ressourcen, die uns dann an anderer Stelle fehlen – Wir werden schnell müde und unkonzentriert. Daher sollte eine Hörsystemversorgung rechtzeitig begonnen werden!

 

2. Hörgeräte stempeln einen zum alten Eisen ab und sind ein Grund, sich zu schämen.

Das ist kein Grund sich zu schämen! Immer mehr junge Menschen tragen Hörsysteme . Laut der BARMER-Krankenkasse hat die Verordnung von Hörsystemen im Alter von 15 bis 35 Jahren zwischen 2010 und 2015 um ein Drittel zugenommen – eventuell eine Folge zu lauten Musik- und Medienkonsum. Über 50 ist jeder Dritte schwerhörig, und ab 70 betrifft es die Hälfte der Bevölkerung. Also ist das wirklich kein Grund sich zu schämen! Die technische Entwicklung macht Hörsysteme zu kleinen Hightech-Computern und ermöglicht den Hörgeräteträgern schon heute unzählige Möglichkeiten. Eines Tages wird das Tragen eines Hörsystems so selbstverständlich sein wie die Brille auf der Nase. Werden Sie zum Trendsetter und zeigen Sie, was Ihre Hörsysteme alles können!

 

3. Wenn ich ein Hörgerät trage. hält man mich für senil oder dämlich.

Im Gegenteil! Für dämlich hält man Sie, wenn Sie ohne Hörgerät Gesprächen nicht folgen können oder gar nicht darauf reagieren, wenn man Sie anspricht. Glauben Sie uns, Ihr Umfeld wird es Ihnen danken.

 

4. Ich höre nur auf einem Ohr schlecht. Mein gesundes Ohr schafft das schon.

Das ist leider ein Irrglaube! Auch bei einer einseitigen Schwerhörigkeit ist die Belastung für das Gehirn sehr groß, da es die ungleichen Höreindrücke in Einklang bringen muss. Das räumliche Hören und das Richtungshören werden beeinträchtigt, was im Alltag Gefahren mit sich bringen kann. Auch das Sprachverstehen leidet darunter, vor allem bei störenden Hintergrundgeräuschen. Ein Hörsystem entlastet Ihr Gehirn – Entspannen Sie sich!

 

5. Mit Hörgerät klingt alles unnatürlich, und Geräusche, die sonst gar nicht stören, werden plötzlich lästig.

Weil Sie es nicht mehr anders kennen! Ihr Gehirn hat verlernt, mit Störgeräuschen wie dem Rascheln und Papier oder Geschirrklappern umzugehen. Geben Sie Ihrem Gehirn genügend Zeit, sich wieder daran zu gewöhnen. Das Hören wird Ihnen mit der Zeit immer natürlicher vorkommen. Deswegen ist wichtig, die Hörsysteme so viel wie möglich zu tragen – Sonst werden Sie sich nie daran gewöhnen.